Razan Shalab AlSham ist eine syrische Aktivistin, Unternehmerin und Gründerin von Atlas Relief and Development International (ARDI).

Razan wurde im syrischen Homs geboren, wo sie unter privilegierten Umständen bis zum Ausbruch des Konflikts in Syrien lebte und eine akademische Laufbahn im Fachgebiet englischer Literatur verfolgte. Bei Ausbruch des Krieges wurde sie über Nacht zu einer prominenten lokalen Aktivistin und zivilen Berichterstatterin, die die Gewalt der Assad Regierung gegen die Zivilbevölkerung dokumentierte. Razan musste in 2012 in die Türkei fliehen, wo sie zur Feldleiterin der syrischen Emergency Task Force wurde und bis 2016 auch blieb. Während dieser Zeit führte und koordinierte sie ein umfangreiches Programm von internationalen Hilfsprojekten und Notfallschutzeinsätzen in enger Kooperation mit internationalen Partnern. Parallel verschaffte sie Journalisten, Politikern und Aktivisten Zugang zum türkisch-syrischen Grenzgebiet, um die öffentliche Aufmerksamkeit für dramatischen Auswirkungen des Konflikts zu erhöhen. In 2016 gründete Razan die in Dresden ansässige Hilfsorganisation ARDI, die syrische Zivilisten und Flüchtende unterstützt. Als syrische Frau, Aktivistin und junge Führungspersönlichkeit hat Razan eine ganz eigene Sichtweise auf den Krieg in Syrien und die daraus entstandene Flüchtlingskrise in der Region.

Ein wichtiges Anliegen ist es für Razan, Frauen und insbesondere Mädchen zu befähigen zu lernen, zu führen, zu entscheiden und erfolgreich zu sein. Unter anderem hat sie hat mit dem Women’s Democracy Network daran gearbeitet, syrischen Frauen zur Selbsthilfe zu helfen und ihre Teilnahme am öffentlichen Leben zu steigern – lokal bis national auf allen Ebenen. Für ihr Wirken hat Razan zahlreiche Auszeichnungen erhalten, z.B. vom International Republican Institute, vom Rising Stars Program und anderen Institutionen.