Parvathy Chandrasekhar ist Doktorandin und Forscherin im Bereich Boden- und Landnutzungsmanagement an der United Nations University UNU-FLORES in Dresden

Parvathy beschäftigt sich mit der Herausforderung, für eine immer größer werdende Weltbevölkerung mit immer geringeren Land- und Wasserressourcen nachhaltig Nahrung zu produzieren. Obwohl sauberes Wasser und Nahrung fundamentale Menschenrechte sind, haben weltweit mindestens 2,1 Milliarden Menschen keine Zugang dazu. Die Vereinten Nationen begegnen diesem Problem mit ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung, die den Rahmen für Parvathys Forschung bilden.

Parvathys begegnete dem Konflikt um Wasser bereits als Kind, als die heißen Sommer und die daraus resultierende Wassernknapptheit in ihrem Heimatort Chennai in Indien Konflikte in einer ansonsten friedlichen Gemeinschaft auslösten. Außerdem wurde sie dort mit einer chronischen Wasserverschmutzung konfrontiert und erlebte, wie Menschen durch alltägliche Lebensmittel Pestizide zu sich nahmen. Dies veranlasste sie ihren Bachelor in Agrartechnik an der Anna Universität in Chennai zu machen.

Nach Europa kam Parvathy zunächst 2012 mit einem Stipendium der TU Delft, Niederlande, wo sie einen Master in Hydrologie absolvierte. Sie war damals beeindruckt von der Trinkqualität des Leitungswassers und von den gewaltigen Vorrichtungen, mit denen sich die Niederlande vor der Erhöhung des Meeresspiegels schützten. Anschließend arbeitete sie für das Start-up Waterwatch Cooperative in Den Haag, welches die Nutzung von Pestiziden in der Getreidezucht reduziert, indem es die Landwirte warnt, wenn das Getreide besonders anfällig für Schädlinge sind. Parvathy arbeitete auch mit Waterlex in Genf daran, ein Buch über den Zugang zu Wasser als Menschenrecht zu schreiben.

Sie kam 2015 nach Dresden um ihre Forschung am gemeinsamen Doktorandenprogramm der UNU-FLORES und der TU Dresden fortzusetzen. Ihre Arbeit wird von Dr. Kai Schaerzel und Prof Dr. Karl-Heinz Feger betreut und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Parvathy hofft, durch technischen Fortschritt und politisches Umdenken das Boden- und Landnutzungsmanagement in Entwicklungsländern zu verbessern.