Oliver Groth ist Promotionsstudent in Computer Vision und Robotik an der University of Oxford.

Olivers Forschung konzentriert sich auf das Training von autonomen Agenten mithilfe von Computersimulationen. Er ist dabei fasziniert von der menschlichen “Superkraft” der physikalischen Intuition, welche es uns erlaubt, eine große Bandbreite von komplexen Manipulationen unserer Umwelt durchzuführen: Vom einfachen Stapeln von Tellern hin zum Zusammensetzen von IKEA-Möbeln. Oliver ist davon überzeugt, dass diese Intuition von Maschinen in einer sehr menschlichen Art erlernt werden kann: Ähnlich zu Kleinkindern, welche mit Holzspielzeug spielen, “spielen” Olivers Machine Learning Algorithmen mit elementaren geometrischen Objekten in Computersimulationen, um etwas über deren Geometrie und Physik zu lernen. Da der Fortschritt in künstlicher Intelligenz häufig in Spielen wie Schach oder Go gemessen wird, hofft Oliver, dass die KI, welche er in einem Physiksimulator trainiert, eines Tages einen Roboterarm steuern kann, um gegen einen Menschen im Stapelspiel Jenga anzutreten und dabei nur die erlernte physikalische Intuition benutzt.

Neben seiner Forschung ist Oliver begeistert davon, die Fortschritte auf dem Feld der künstlichen Intelligenz einer breiten und nicht technischen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er ist überzeugt vom tiefgreifenden Einfluss von KI auf die Gesellschaft und wirbt für eine breitere öffentliche Debatte, welche mehr Bereiche der Gesellschaft jenseits des Technologiesektors einbezieht. Indem er erklärt, wie Maschinen lernen und zeigt, was sie bereits können und was noch nicht, hofft er seine Zuhörer in die Lage zu versetzen, die Herausforderungen und Möglichkeiten von KI angemessen zu benennen und zu diskutieren.

Gegenwärtig promoviert Oliver in Computer Vision und Robotik in Oxford, betreut von Prof. Ingmar Posner und Prof. Andrea Vedaldi. Er begann seinen wissenschaftlichen Werdegang am Computer Vision Lab Dresden bei Prof. Carsten Rother und wurde 2017 für seine Diplomarbeit im Bereich Bildbeschreibung mit dem Carl-Zeiss-Preis ausgezeichnet. Außerdem verbrachte ein Jahr als Gaststudent im Herzen des Silicon Valley, wo er am Lab von Prof. Fei-Fei Li in Stanford arbeitete. Oliver studierte Informatik an der TU Dresden. Geboren und aufgewachsen ist er im sächsischen Vogtland.