Joachim Scharloth ist Professor für Angewandte Linguistik im Bereich Germanistische Sprachwissenschaft an der Technischen Universität Dresden.

Ziel seiner Forschung ist es, linguistische Theorien und Methoden zur Analyse und zum Verständnis von Kultur und Gesellschaft zu verwenden. Seine aktuelle Forschung beschäftigt sich damit, neue datengeleitete Methoden in der Korpus- und Computerlinguistik zu entwickeln und diese auf die Analyse von öffentlichem Diskurs und Sprache in der Politik anzuwenden. Mit seiner eigenen Software hat er Berechnungsmethoden entwickelt, um historische sprachliche Umschwünge/ Wendepunkte/sprachliche Veränderungen und Erzählmuster in großen Textkorpora/-bausteinen zu identifizieren. Vor allem ist Joachim auch an der Frage interessiert, wie Sprache in der Politik dazu beiträgt, eine Realität zu erschaffen, die bestimmte politische Maßnahmen rechtfertigt, andere hingegen als unvernünftig klassifiziert.

Darüber hinaus hat er Konferenzen über Informations- und Forschungsethik im digitalen Zeitalter mitorganisiert und betrachtet, sowohl als Redner wie auch auf seinem Blog “Surveillance and Security”, den Einfluss neuer Technologien auf das Leben von Individuen und auf die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit sehr kritisch.

In den Jahren 2000-2002 war Joachim Promotionsstipendiat des DFG-Graduiertenkollegs “Dynamik von Substandardvarietäten” an den Universitäten Heidelberg und Mannheim. Seine Promotion erfolgte 2002 im Fach Germanistik. Im gleichen Jahr wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Zürich (Schweiz), wo 2008 seine Habilitation erfolgte. Nach zwei Gastprofessuren an den Universitäten Freiburg im Breisgau (2008-2009) und Zürich (2009-2010) folgte er 2010 dem Ruf auf eine Professur an der Dokkyo Universität in Tokyo. 2012 nahm er schließlich den Ruf auf eine Professur an der Technischen Universität Dresden wahr.